„Vitejte ve Weißenhornu“

„Willkommen in Weißenhorn“, auf diese Weise begrüßten wir am Sonntag den 01.März.2026 unsere tschechischen Austauschpartner, die bald darauf zu unseren Freunden wurden. Zu Beginn war die Nervosität bei allen sehr groß, legte sich aber schnell, als wir gemerkt haben, dass es keine großen Probleme mit der Verständigung untereinander gab.  Trotzdem musste man sich erst aneinander und die Tschechen an die neue Situation, in der sie sich in einer fremden Umgebung und Familie befanden, gewöhnen. Nachdem dies relativ schnell geschehen war, konnten wir mit Vorfreude in die Woche starten, die mit einer Einführung in unsere Schule begann. Über die nächsten Tage besuchten wir gemeinsam die Städte Ulm und München, in denen wir uns mit den Kulturen dieser, aber auch mit unseren Projektthema „never again ist jetzt – Wie man heute ‚never again‘ gemeinsam lebt“ befasst haben. Dazu haben wir in verschiedenen Organisationen, zum Beispiel dem Asyl-Café in Ulm, dem Frauenbüro, dem Ukrainischen Verein, dem Rathaus, der Polizei und dem katholischen Dekanat, Interviews durchgeführt. Diese brachten uns interessante Einblicke in die öffentliche Meinung zu diesem Thema. Außerdem besuchten wir das Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg in Ulm, sowie das NS-Dokumentationszentrum in München, wo wir jeweils interessante Führungen bekamen. Dort erfuhren wir mehr über die Zeit des Nationalsozialismus und dessen Auswirkung auf die heutige Gesellschaft. Am Donnerstag arbeiteten wir in Kleingruppen die interessanten, teils überraschenden, aber auch erschreckenden Informationen zu kleinen Präsentationen aus, welche wir dann auch vorstellten. Dabei erfuhren wir zum Beispiel von der Gruppe, die bei der Polizei war, wie man sich gegen rechtsextreme Vorfälle wehren kann. Dies war für uns alle ein sehr wichtiges Thema, da wir selbst an unserem ersten Tag in Ulm in eine solche Situation gekommen waren. Wir sind zwei Männern begegnet, von denen einer den Hitlergruß gemacht hat. Dies hat uns sehr erschreckt, da es uns gezeigt hat, dass die NS-Zeit immer noch gegenwärtig ist und ihre Anhänger hat. Die Polizei hat uns empfohlen in solchen Fällen sie sofort zu informieren oder Anzeige zu erstatten. Ein weiterer Interviewpartner war das Asyl-Café, in dem Asylsuchende Hilfe für ihre Integration in Deutschland bekommen, was zum Beispiel zuerst den Antrag auf Asyl, später dann auch Wohnungs- und Jobsuche beinhaltet. Interessant hierbei war, dass einige Geflüchtete inzwischen dort selbst ehrenamtlich arbeiten und offen sind ihre Erfahrungen zum Beispiel mit uns Schülern zu teilen, damit die Gesellschaft auch offener für solche Themen wird. Eine andere Kleingruppe stellte ihre Ergebnisse vom Frauenbüro vor. Hierbei wurde klar, dass es immer noch viele Ungerechtigkeiten zwischen Frauen und Männern gibt, aber auch, dass dagegen mit viel Engagement angekämpft wird. Durch diese Präsentationen haben wir gelernt, dass friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben auch heute noch keine Selbstverständlichkeit ist. Aber es gibt auch viele Menschen und Organisationen, die jeden Tag, voller Hoffnung, ihr Bestes geben, um unser aller Zusammenleben zu verbessern. Den Donnerstagnachmittag hatten wir frei zur Verfügung, diesen letzten gemeinsamen Tag genossen wir sehr. Hierbei wurde nochmal deutlich, dass wir inzwischen richtige Freunde geworden sind und uns der Abschied am Freitagmorgen sehr schwerfallen würde. So war es auch. Traurig, aber auch mit Vorfreude auf unsere Zeit in Tschechien im Juni, verabschiedeten wir mit diesen Worten unsere Freunde: „Št´astnou cestu a na shledanou!“, das heißt: „Gute Reise und bis bald!“ „Budete nám chybĕt!“ „Wir werden euch vermissen!“

Verfasser: Alexander Marquard und Liliane Erhardt, Klasse 10c

Betreuende Lehrkräfte: Gabriele Zierer und Sören Schmelz