Kreatives Schreiben in der 9a

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a beschäftigten sich im Deutschunterricht mit Kürzestgeschichten des Autors Florian Meimberg. Diese sind – wie der Name schon sagt – sehr kurz, beginnen abrupt und enden im letzten Satz oder im letzten Wort mit einer überraschenden Wendung, einer Pointe. Nachdem die Klasse einige solcher Geschichten kennen gelernt hatte, machte sie sich selbst ans kreative Schreiben, was den Schülerinnen und Schülern sehr gut gelang. Die vollständige Sammlung findet man im Klassenzimmer der 9a. Hier gibt es einige Kostproben:

Die Luft war schwer, die Hände feucht. Ich spürte, wie sich meine Welt auf diese eine Stelle zusammenschrumpfte. Ein letzter Schlag – und Stille. Der König war geschlagen.

Er rannte schneller. Seine Lungen brannten, doch, wenn er langsamer liefe, würden sie ihn einholen. Als er wieder nach vorne blickte, sah er sie, seine Erlösung. Die Ziellinie.

Er stürmte voran. Schlamm spritzte. Rufe hallten über das Feld. Gleich würde er schießen. Plötzlich wurde er gepackt. Feuchtes Gras. Dann der Pfiff. Rote Karte.

Mina sitzt in dem Raum. Sie teilt sich das Zimmer mit anderen Gefangenen. Nur noch drei Jahre, dann würde sie endlich freigelassen werden. Dann blickt sie zur Tafel.

Ich entdecke sie zu spät. Spitze Zähne, geduckte Haltung. Sie setzt zum Sprung an – und tötet sie mit einem Biss. Hoffentlich wird sie die Maus nicht ins Haus bringen.

Er erschoss 5 Leute, packte den nächsten beim Kragen und warf ihn vom Hochhaus. Er wurde angeschossen. Er war kurz davor zu sterben. Dann rief Mama: „Theo. Essen. Mach das Videospiel aus.“

Der Kunstschuldirektor blätterte durch die Bewerbungen. Leider konnte er nicht alle annehmen. Der junge Adolf musste sich nun für einen anderen Lebensweg entscheiden.

Friederike Jonas